Arbeitsgemeinschaft Wildformen

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Vorrangiges Ziel der AG-Wildformen wird es sein, in den nächsten Monaten für die gefährdetsten Vogelarten (Artenlisten Kategorie B + C, falls möglich auch Kat. A) Ausgangstiere für gesunde, artenreine und mutationsfreie Gründerpopulationen zu finden. Bei manchen Arten sind uns bereits einige Privatzüchter und auch zoologische Einrichtungen bekannt, die diese strengen Kriterien zur Teilnahme an einem Projekt erfüllen. Mit diesen Züchtern und Institutionen stehen die Koordinatoren schon seit längerer Zeit in engerem Kontakt und die Bereitschaft zur Mitarbeit in den Projekten ist bei allen vorhanden.

Solche Gründerpopulationen müssen nunmehr ermittelt und deren Besitzer zur Teilnahme an Zuchtprojekten animiert werden. 
Die Projekte werden und sollen nicht an den Ländergrenzen Deutschlands enden.

Die Mitgliedschaft in einer Vogelzüchterorganisation ist zur Teilnahme nicht erforderlich, denn letztendlich zählt jeder artenreine Vogel als Teil dieser Bemühungen und nicht dessen Besitzer. 
Diesen Status der Neutralität und Unabhängigkeit will sich die AG-Wildformen unbedingt erhalten. Nur so können persönliche Interessen von Einzelpersonen und auch von Verbänden und Vereinen aus den Zucht-Programmen 
herausgehalten werden.

In den folgenden Monaten soll durch geeignete Werbemaßnahmen auf unsere Projekte hingewiesen werden. Die Erstellung und ständige Aktualisierung dieser Internetseite ist dabei nur ein Teil, andererseits wird auch in diversen Fachzeitschriften auf unsere Initiativen aufmerksam gemacht und wir hoffen, dass auch die Mund-zu-Mund-Werbung einen weiteren Teil dazu beitragen wird.

Mit den dann entstandenen Gründerpopulationen sollte nunmehr durch verwandtschaftsferne Verpaarungen versucht werden, möglichst viele reinerbige Nachkommen zu erzeugen. Zu diesem Zweck werden die Daten der gemeldeten Arten mit Hilfe eines bereits bewährten Computer-Programms gespeichert, das bei Neuverpaarungen die Berechnung eines Inzuchtkoeffizienten zulässt. Auf diese Weise können Inzuchtdegenerationen bei nachfolgenden Generationen weitestgehend vermieden werden. In gleicher Weise muss dann natürlich auch mit den nachgezogenen Vögeln aller betroffenen Arten verfahren werden, um so eine größtmögliche genetische Variabilität zu erhalten. Die Erhebung und Speicherung bestimmter Daten ist zur Projektdurchführung zwingend notwendig.

Um als Besitzer von artenreinen und mutationsfreien Zuchtstämmen an den einzelnen Zuchtprojekten teilnehmen zu können, sollte vom Interessenten ein Anmeldebogen ausgefüllt werden, in dem die von den Koordinatoren benötigten Daten eingetragen werden. Zwingend erforderlich ist dabei eine Erklärung des Züchters, dass die angegebene Vogelart reinerbig, d.h. frei von Mutationen und mutwilliger Kreuzung von Arten und auch Unterarten gezüchtet wird. Alle Daten von teilnehmenden Personen werden streng vertraulich behandelt und nur nach erfolgter Rücksprache mit dem betreffenden Teilnehmer an andere Personen weitergegeben. Eine erste Kontaktaufnahme der Zuchtbuchteilnehmer untereinander wird somit zunächst über die Koordinatoren hergestellt. Artenreine und mutationsfreie Zuchtstämme werden in der weiteren Folge ein Zertifikat erhalten. Die Regeln für dieses Zertifizierungssystem werden gegenwärtig noch erarbeitet. Eine Zertifizierung kann natürlich nur für gemeldete Tiere erfolgen. Es sei aber vorwegzunehmen, dass eine Zertifizierung nicht gleichbedeutend ist mit einem Standard. Ein Standard kann uns eigentlich nur die Natur vorschreiben und demzufolge nur ein Querschnitt aus der Gesamtpopulation einer Spezies in den ursprünglichen Vorkommensgebieten sein, mit all den darin auftretenden Variationen innerhalb jenes Bestandes. Für eine Vermehrung von Wildvögeln verbietet sich nahezu die Orientierung des Züchters nach Richtwerten wie vorgegebene Maße und Sitzpositionen sowie vorgeschriebener Proportionen gewisser Körperteile zueinander.

Bei einer hohen Vermehrungsrate wird es sinnvoll sein, erzüchtete Vögel natürlich auch an Züchter oder Institutionen abzugeben, die bis dahin keine Teilnehmer des entspr. Projektes waren. Jedoch sollte es im Interesse eines jeden Projektteilnehmers sein Neubesitzer dieser wertvollen Vögel davon zu überzeugen, sich künftig auch mit dem Zuchtprojekt für die Erhaltung der Spezies zu identifizieren, den hohen ideellen Wert dieser reinerbigen Vögel zu erkennen und sich somit vielleicht einen Schritt weit von der häufig vertretenen Rassenzucht zu entfernen. Eine Tiervermittlung kann über die Rubriken „Biete“ und „Suche“ auf dieser Webseite erfolgen.

In jährlichen Abständen werden Rundbriefe an die Zuchtprojekt-Teilnehmer im Projekt-Bereich dieser Homepage veröffentlicht. Diese Informationsschreiben werden Auskunft über den jährlichen Verlauf eines Projektes geben. Es werden auch Neuigkeiten aus der Heimat der entspr. Vogelart erwähnt und Hinweise auf Veröffentlichungen gegeben. Darin können auch die Erfahrungen einzelner Projektteilnehmer publiziert werden, die sich aus Haltung und Vermehrung ergeben. Voraussetzung dafür ist natürlich ein enger Kontakt der Projekt-Teilnehmer zu den Koordinatoren und dann selbstverständlich die Mitteilung eigener Erfahrungen an die Herausgeber des Rundbriefes.

Ein solcher Erfahrungsaustausch wird hoffentlich nicht nur über diese Publikation stattfinden. Auch untereinander sollten die Projektteilnehmer einen engen Kontakt pflegen und sich über die Besonderheiten in der Pflege und Vermehrung austauschen. Durch die vermittelten guten Erfahrungen können dann wahrscheinlich auch die Vermehrungserfolge noch weiter optimiert werden.

Für die erfolgreiche Durchführung von solchen Zucht-Projekten ist es notwendig einmal jährlich eine Rückmeldung von den teilnehmenden Züchtern beziehungsweise Institutionen zu erhalten. Hierbei gilt es sämtliche Bestandsänderungen darzulegen; dies sind Zu- und Abgänge. Für die jährlichen Meldungen steht den Projekt-Teilnehmern ein Meldebogen zur Verfügung, der bitte bis zum 15.12. eines jeden Jahres unaufgefordert an die Koordinatoren geschickt werden sollte. Spätestens am 31.12. des laufenden Jahres soll dann die Statistik auf den aktuellen Stand gebracht worden und auf dieser Internetpräsentation einzusehen sein. Erfolgt diese Meldung durch den betreffenden Zuchtprojekt-Teilnehmer über einen Zeitraum von 2 Jahren nicht, wird er als Projekt-Teilnehmer aus der Datei gestrichen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Zusammenarbeit mit Mitarbeitern von zoologischen Einrichtungen, deren Erfahrungen bei einer derartigen Projektarbeit immer unersetzlich sind. Die Koordinatoren werden sich bemühen im Laufe der kommenden Monate engere Kontakte zu verschiedenen zoologischen Einrichtungen herzustellen, die bereit sind mit ihrem jeweiligen Tierbestand an dem Erhaltungszuchtprojekt teilzunehmen, aber den Koordinatoren auch ihre Erfahrungen in der Führung von Zuchtprojekten mitteilen.


Autor: Jörg Asmus